Sportster

Die Harley-Davidson Sportster Familie

Kernige Kraft, leichtes Handling, schlanker Look und klassische Charakterstärke zählen seit jeher zu den Stärken der Sportster Modelle. Sie werden von Einsteigern geschätzt, da sie den Beitritt zur großen Harley-Davidson Familie leicht machen, und von erfahrenen Bikern gelobt, weil sie ein hohes Maß an Fahrspaß bieten.

Ein luftgekühlter Evolution V2-Motor mit einem in das Kurbelgehäuse integrierten Getriebe übernimmt in jeder Sportster den Vortrieb. Je nach Modell verfügt er über einen Hubraum von 883 beziehungsweise 1202 cm3. Öldüsen sorgen für die zusätzliche Kühlung der Kolben.

Harley-Davidson integrierte das Triebwerk schwerpunktgünstig niedrig und vibrationsentkoppelt im verwindungssteifen Sportster Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen. Als Hinterradaufhängung fungiert eine stabile Vierkant-Zweiarmschwinge mit seitlich montierten Federbeinen, während das Vorderrad von einer steifen Telegabel geführt wird. Eine Ausnahme bildet die Roadster mit ihrer Upside-down-Telegabel. Den Sekundärantrieb auf den 150 mm breiten Hinterradreifen übernimmt ein Hochleistungszahnriemen mit Kohlefaser-Technologie.

Verzögert werden die Sportster Typen von einem ABS-Bremssystem mit zwei gelochten Scheibenbremsen. Auch diesbezüglich bildet die Roadster mit drei Scheibenbremsen eine Ausnahme. Je nach Modell verfügen die Maschinen der Sportster Baureihe über den traditionellen 7,9-Liter-„Peanut“-Tank, den 12,5-Liter-Tank oder einen großen 17-Liter-Tank.

Damit sie auch von kleineren Händen mühelos umfasst werden können, legte Harley-Davidson die Lenkergriffe besonders schlank aus. Zudem wurde Wert auf geringe Kupplungshandkräfte gelegt. Je nach Version sorgen mittig montierte oder vorverlegte Fußrasten für eine fahraktive oder relaxte Sitzposition im niedrig angeordneten Sitz.

Sämtliche Sportster Modelle verfügen über das Harley-Davidson Security System mit Wegfahrsperre und Alarmanlage. Die Anlage deaktiviert und aktiviert sich vollautomatisch und ohne Tastendruck, sobald sich der Fahrer dem Motorrad nähert beziehungsweise wenn er es verlässt. Darüber hinaus ist dank des Keyless Ignition Systems kein Zündschlüssel erforderlich. Um den Motor anzulassen, genügt ein Druck auf den Starter.

Folgende Modelle bietet Harley-Davidson für das Modelljahr 2019 an: XL 883L SuperLow®XL 883N Iron™XL 1200NS Iron™XL 1200C Sportster® CustomXL 1200X Forty-Eight®XL 1200XS Forty-Eight® SpecialXL 1200T SuperLow® und XL 1200CX Roadster™

Geschichte und Konzept

Als Nachfolger der K Modellreihe präsentierte Harley-Davidson 1957 die Urversion der Sportster. Die Maschine trug das Typkürzel „XL 55“ und verfügte über einen neuen, 883 cm3 großen 45°-V-Twin mit im Kopf hängenden Ventilen. Im Gegensatz zu den klassischen Big Twin Motoren bildete er eine Einheit mit dem Getriebe. Die Ingenieure betteten ihn in ein modernes Fahrwerk mit hydraulischer Telegabel sowie einer Hinterradschwinge mit zwei Federbeinen ein.

Die Sportster bildete die dynamische Alternative zu den großen Tourenmaschinen von Harley-Davidson, sie stand für jugendlichen Aufbruch und trat erfolgreich den Kampf gegen ihre sportlichen Wettbewerber an, die seinerzeit zumeist aus britischer Produktion stammten. Kunden und Fachpresse waren begeistert, dem Urmodell folgten zahlreiche, immer wieder modellgepflegte und verbesserte Epigonen, so dass die Sportster zu „dem“ US-Musclebike der Sixties avancierte.

Mitte der 60er-Jahre stellte man das elektrische System auf 12 Volt um und spendierte der Baureihe 1967 einen elektrischen Anlasser. Drei Jahre später entstand mit der XR 750 eine Werksrennmaschine, auf der Fahrer wie Cal Rayborn über die nächsten Jahrzehnte hinweg zahlreiche Siege auf Ovalkursen einfuhren. Zu den außergewöhnlichen Mitgliedern der Sportster

Familie zählen außerdem die XLCR Cafe Racer, eine 1977 von Willie G. Davidson gestylte schwarze Schönheit, und die XR 1000, eine überaus leistungsstarke Straßen-Replika des berühmten Dirt Track Racers XR 750, die 1983 Asphalt unter die Räder nahm.

Parallel zu den Harley-Davidson Big Twins kam auch der Sportster Familie im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neue Fahrwerks- und Motorentechnologie zugute. 1972 wurde der Hubraum der Ironhead genannten OHV-Motoren auf 1000 cm3 vergrößert. Ab 1986 verrichtete die vollkommen neukonstruierte Evolution Motorengeneration mit 883 oder 1100 cm3 in der Sportster ihren Dienst. 1988 erschienen die ersten 1200er Sportster und 1991 schalteten Sportster Fahrer erstmals mit einem neuen Fünfganggetriebe.

Eine völlig neue Sportster Generation präsentierte die Motor Company im Modelljahr 2004. Seither verfügen alle Sportster über einen noch stärkeren und in wesentlichen Bereichen überarbeiteten Evolution V-Twin, der über Silentblöcke schwingungsgedämpft mit dem neukonstruierten, sehr steifen Sportster Rahmen verbunden ist. Das Getriebe arbeitet seither mit schräg verzahnten Stirnrädern, die für hohe Laufruhe sorgen, während der Schaltmechanismus für geschmeidige Gangwechsel unter minimalem Kraftaufwand bürgt.

Zum fünfzigsten Geburtstag der Baureihe im Jahr 2007 erhielt die Sportster Familie neben zahlreichen weiteren Modellpflegemaßnahmen eine elektronische Kraftstoffeinspritzung. Im Modelljahr 2008 erschien mit der 1200 Nightster die erste Sportster im Dark Custom Look. 2009 kam die Iron 883 hinzu, die den starken Look der Nightster mit dem 883 Kubikzentimeter großen V-Twin verbindet, und im Frühjahr 2010 brachte die Motor Company mit der Forty-Eight einen der Shootingstars der Baureihe auf den Markt. Ihr Name erinnert an das Jahr 1948, in dem Harley-Davidson den Peanut Kraftstofftank einführte. 2014 hielt das Antiblockiersystem Einzug in die Baureihe, zudem verfügen die Sportster Modelle seither über eine vollständig neue Fahrzeugelektrik mit CAN-Datenbussystem, neuen Lenkerarmaturen und diversen Zusatzfunktionen im Tachometerdisplay. Und last but not least machen neue Fahrwerkskomponenten an Front und Heck zahlreiche Sportster Modelle seit dem Jahr 2016 noch besser. Drei Jahre später debütierten die Iron 1200 und die Forty-Eight Special – so kernig, charaktervoll und lässig wie jede Sportster seit 1957.