Was lange währt ... Die „Hot Rod“ made by House-of-Flames
Es waren die aus dem Zweiten Weltkrieg heimkehrenden Soldaten und die Söhne der US-Besserverdiener, die vor gut 60 Jahren damit begannen, alte Autos zu choppen und zu tunen. Das Rezept war so einfach wie effektiv: Man lege das Dach und am besten gleich das komplette Fahrzeug tiefer, um dem Wind weniger Angriffsfläche zu bieten, und installiere einen möglichst hubraumstarken, mit diversen Tech-Goodies nach allen Regeln der Kunst gedopten Big Block. Sinn und Zweck der Übung bestanden in der Regel darin, Beschleunigungsrennen zu gewinnen. So gesehen gebührt den Hot Roddern die Ehre, Pioniere des Dragracing zu sein.
Zählt man – angesichts der Tatsache, dass die V-Rod einst auf Basis von Harley’s Factory-Dragrace-Bike entstand – nun 1 und 1 zusammen, so erscheint der eigenwillige Gedanke, der dem hier abgelichteten Teil zugrunde liegt, nur allzu logisch: Ein hierzulande wohl einzigartiger Chopper auf V-Rod Basis im Look und Style der klassischen Hot Rods!
Doch die Geschichte der „Hot Rod“ verlief zunächst völlig anders, als man annehmen könnte ... Unter Verwendung edelster Komponenten baute das Münchner House-of-Flames Team die VRSCA 2004 nach Kundenwunsch zu einem echten Eyecatcher um – schließlich sollte es nicht weniger als die ultimative V-Rod werden. Fürderhin wurde die bayerische Werkstatt nicht weniger als dreimal in Folge damit beauftragt, das Bike abermals mit den neuesten und edelsten Parts um- und aufzurüsten. Diverse geänderte Auspuffanlagen, Lenker, Scheinwerfer, Fahrwerkskomponenten, Heckteile und Airbox Covers später entschieden sich Customizer und Kunde schließlich dazu, eine radikal andere Richtung einzuschlagen – nämlich rückwärts, rein zeitlich gesehen, versteht sich!
So entstand in wiederum monatelanger Arbeit ein Fahrzeug im Look von Hot Rods der Fifties und Sixties – logischerweise gespickt mit modernster Technik. Dazu modifizierte das House-of-Flames Team zunächst den Rahmen massiv, um Platz für den mitschwingenden Fender zu schaffen. Die Rick´s Schwinge wurde in Rahmenfarbe lackiert, und den Solo-Schwingsattel passte man dergestalt an, dass der Tank problemlos erreicht werden kann. Ein gewagter Apehanger ergänzt die Optik der „Hot Rod“ geradezu perfekt. High-End-Parts wie die PM Fußrastenanlage und Bremssättel, das Drive Side Bremssystem, der Headwinds Scheinwerfer und das Rick´s Airbox Cover setzen dem Ganzen die Krone auf. Abschließend verlieh Knut Koschmieder dem Bike sein Lackkleid in Candy Apple Red mit matten Grautönen und weißem Pinstriping. Die ultimative V-Rod? Voilà, hier ist sie – weitere Umbauten überflüssig!
Text: Sebastian Heid / Hein Herz