„Gut Ding hat Weile“ wäre wohl der am Besten passende Name für Mike´s Bike, wenn man bedenkt, dass der Umbau dieser - auf einer 2008er FXSTSE² Screamin´Eagle Springer basierenden - Custom-Harley vom Tag der Auftragserteilung bis zur Auslieferung an den Kunden nicht weniger als 12 Monate in Anspruch nahm.
Perfekte Vorraussetzungen für die Mannschaft vom House of Flames Munich ein Fahrzeug zu bauen, bei dem keinerlei Termindruck und weitestgehend freie Hand bei der Umsetzung der Kundenbedürfnisse herrschte.
Länge läuft – das wissen nicht nur Bootsbauer, und aus diesem Grund wurde zuerst über die Geometrie des Fahrwerks nachgedacht. Also entschied man sich für eine Gabel vom kanadischen Hersteller Goldammer in 2“ over und versehen mit einem 3° Rake. Eine hervorragende Symbiose aus Optik und Fahrbarkeit, die auch durch die mit 260mm nicht übertriebene Wahl der Reifenbreite noch überzeugt.
Ergänzt wurde das Fahrwerk – wie nicht anders zu erwarten – von hochwertigen Komponenten des Ulmer Herstellers HPU, der die Classic-Design Räder samt Bremssystem und Pulley, die Schwinge sowie den 20mm Versatzkit lieferte.
Sämtliche Blecharbeiten wie Tank, Heckfender, Frontfender, sowie die Bearbeitung des Rahmens und die Anpassung des Öltanks an den Rahmen wurden in München erledigt.
Dass hier auch die Sissybar gefertigt wurde muss wohl nicht weiter erwähnt werden.
Nachdem die Linie bestimmt und vom Kunden abgesegnet wurde, ging es nun daran, dem Bike ein Lackkleid und eine Sitzgelegenheit zu verpassen – aber bitte für zwei, denn Mike fährt am Liebsten mit seiner Frau.
Für hochwertige Lackierungen kommt beim Münchner Harley-Davidson Vertragshändler schon seit Jahren nur einer in Frage: Marcus Pfeil.
Da Mike sich bei der Farbwahl nicht hundertprozentig sicher war wurde kurzerhand ein Termin mit Marcus vereinbart, bei dem – wie so oft – vom eigentlich angedachten Lack nicht mehr viel übrig blieb. Die Wahl viel auf schwarz metallic als Basis, verfeinert durch ein candy apple red mit metalflake und verziert durch Blattgold und Pinstripings.
Passend zum Lackdesign fertigte Armin Dobstetter von Custom Leather, seines Zeichens auch seit Jahren die erste Wahl der Münchner, wenn es um Edles aus Leder geht, einen Sitz, der nicht nur schön, sondern auch bequem sein sollte. Auftrag erfüllt: ein tourentauglicher Customseat, aufgewertet durch Rochenhaut und Pinstripings ergänzt das Bike perfekt.
Zu diesem Zeitpunkt des Aufbaus war klar, dass man bei den verbleibenden Komponenten wohl nicht mehr sparen sollte. So bestellte man noch exquisite Rebuffini-Armaturen für oben und unten, einen ergonomischen HPU-Dragstyle Lenker und auch der ohnehin schon kräftige 110 ci Motor sollte nicht mehr unangetastet bleiben:
Durch den Einbau von schärferen SE Nockenwellen, sowie die Montage eines SE Heavy Breather Luftfilters und einer elektronisch verstellbaren Kess-Tech Auspuffanlage samt V-Team Krümmer wurden dem Triebwerk noch ein paar extra Pferde entlockt. Natürlich wurde die Fahrzeugelektronik mittels eines SE Super Tuners über die optimierten Bauteile informiert.
Nach den bereits erwähnten 12 Monaten Bauzeit konnte das Bike erstmals auf der Imot in München einem staunenden Publikum präsentiert werden. Die durchweg positive Resonanz zeigte einmal mehr, dass die Arbeit sich gelohnt hat.
Text: Sebastian Heid
Bilder: Roger Riedel